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Mittelpaläolithikum

Mittelpaläolithikum

Das Mittelpaläolithikum ist der mittlere Abschnitt des Paläolithikums (Altsteinzeit), der vor ca. 200.000 Jahren beginnt und etwa vor 40.000 Jahren endet. In der Regel wird dieses Zeitalter mit den Neandertalern assoziiert, obwohl im Nahen Osten eindeutig frühe anatomisch moderne Menschen (archaischer Homo Sapiens) bereits um 90.000 vor heute vorkommen, die ebenfalls Träger des Mittelpaläolithikums sind. Das europäische Mittelpaläolithikum wird auch als Moustérien bezeichnet, nach der französischen Fundstelle Le Moustier. Technologisch ist dieser Zeitabschnitt durch die häufig mit der Levalloistechnik hergestellten Abschläge und durch das häufige Vorkommen von Schabern charakterisiert. Klimatisch liegt das Mittelpaläolithikum im späten Abschnitt der Riß- oder Saale-Eiszeit, dem Eem-Interglazial und den unteren Abschnitten der Würm- oder Weichsel-Eiszeit. In den späten Abschnitten entwickeln sich in Europa bereits Übergangsindustrien, die schon Kennzeichen des folgenden Jungpaläolithikums tragen. Siehe auch: Portal:Vor- und Frühgeschichte - Aurignacien, Châtelperronien, Levalloistechnik, Micoquien Kategorie:Zeitalter

Paläolithikum

Die Altsteinzeit, das Paläolithikum ist die älteste und längste Periode der Vorgeschichte. Sie entspricht dem Zeitraum, der im allgemeinen Sprachgebrauch mit Stein-Zeit assoziiert wird, in dem die Vor-Menschen und frühen Menschen als Jäger und Sammler lebten, Metalle noch nicht in Gebrauch waren und Werkzeuge aus Steinen, Holz und (in den späten Phasen) Knochen von Beutetieren hergestellt wurden. Die Altsteinzeit beginnt mit den ersten intentionell hergestellten Steinwerkzeugen des Homo habilis und Homo ergaster vor über 2,4 Millionen Jahren. Sie endet etwa 8.000 v.Chr. mit dem Ende der letzten Eiszeit; im Anschluss geht man in der Levante ("Fruchtbarer Halbmond") zum Anbau von Kulturpflanzen und Tierhaltung über, die dort den Übergang in die Jungsteinzeit markieren, in Europa folgt diese Entwicklung wesentlich später, so dass hier auf die Altsteinzeit zunächst die Mittelsteinzeit (Mesolithikum) folgt.

Unterteilung

Die Altsteinzeit wird gewöhnlich in drei Perioden unterteilt, das Altpaläolithikum, das Mittelpaläolithikum und das Jungpaläolithikum. Innerhalb dieser Perioden unterscheidet man weiterhin bestimmte archäologische Kulturen, die primär durch die für die jeweiligen Zeitstufen charakteristischen Werkzeuge abgegrenzt werden und gleichzeitig kulturelle Entwicklungsstufen der Menschheit darstellen. Diese Kulturen sind in geowissenschaftlicher Tradition meist nach den ersten Fundorten des jeweiligen Zeitabschnitts benannt, z. B. Oldowan (s. u.). Die chronologische Ordnung und Abfolge der im folgenden dargestellten Abfolge dieser Kulturen lässt sich nicht weltweit übertragen. Sie trifft aber auf Mitteleuropa zu, wo die längste Forschungstradition herrscht:
- Altpaläolithikum oder Early Stone Age
  - Oldowan, charakterisiert durch Gerölle mit Schneide, ab ca. 2,5 Millionen Jahren
  - Acheuléen, charakterisiert durch feiner gearbeitete Faustkeile, zunächst in Afrika, vor ca. 1,5 Mio Jahren, ab etwa 1 Million Jahre auch in Europa. Mit der Herstellung der ersten Steingeräte werden meist frühe Menschenformen wie Homo ergaster, Homo erectus und Homo heidelbergensis in Verbindung gebracht. Aus dieser Zeit stammen die ältestpopofick und soen erhaltenen Holzwaffen (Wurfspeere und Wurfhölzer), z. B. Schöningen.
- Mittelpaläolithikum oder Middle Stone Age
Zeit des Neandertalers. Levalloistechnik.
  - Moustérien, ca. 200.000 v. Chr. bis 40.000 v. Chr., das durch sehr fein gearbeitete Werkstücke in zahlreichen, auf die Funktion hin gestalteten Formen charakterisiert ist. Typisch sind fein ausgebildete Faustkeile. Um 40.000 erste Funde des anatomisch modernen Menschen Homo sapiens sapiens neben dem Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis).
  - Micoquien, ca. 130.000 v. Chr. bis 70.000 v. Chr., Technik mit asymmetrischen Faustkeilen
- Jungpaläolithikum (Europa), mit Klingenindustrien:
  - Aurignacien bis ca. 28.000 v. Chr.
  - Châtelperronien bis ca. 34.000 v. Chr. (regional eingeschränkt, Frankreich und Nordspanien)
  - Gravettien von ca. 28.000 v. Chr. bis ca. 21.000 v.Chr. Erstes Auftreten von Venus-Figuren, u.a. Venus von Willendorf.
  - Solutréen von ca. 22.000 v. Chr. bis ca. 18.000 v. Chr.
  - Magdalénien von ca. 18.000 v. Chr. bis ca. 12.000 v. Chr. Erste Höhlenmalereien; jungpaläolithische Kleinkunst; Knochenpfeife in Gudenushöhle. Siehe auch: Portal:Vor- und Frühgeschichte - Urgeschichte - Mensch - Löwenmensch - Venus von Willendorf

Weblinks


- [http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/lexikon/altsteinzeit.htm Überblick über die Altsteinzeit (Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach)]
- [http://www.kulturverein-nittendorf.de/altsteinzeit/altsteinzeit.htm Altsteinzeit in Nittendorf] Kategorie:Zeitalter Kategorie:Steinzeit ko:구석기 시대

Neandertaler

Der Neandert(h)aler (Homo neanderthalensis) gehört zur Gattung Homo und wurde nach dem Neandertal bei Mettmann (zwischen Düsseldorf und Wuppertal) benannt, wo Steinbrucharbeiter den Schädel dieses Urmenschen Mitte August 1856 entdeckt und an Johann Carl Fuhlrott zur näheren Untersuchung weitergegeben hatten. Der Neandertaler lebte im Mittelpaläolithikum in der Zeit von ca. 130.000 v. Chr. bis ca. 30.000 v. Chr. Der Erstfund wird heute auf ein Alter von 42.000 Jahren datiert. Der Name Neandertaler geht auf die Bezeichnung des irischen Wissenschaftlers William King zurück, der den namengebenden Fund aus dem Neandertal bei Düsseldorf als Homo neanderthalensis benannte. Neben der verbreiteteren wissenschaftlichen Bezeichnung Homo neanderthalensis ist auch der Name Homo sapiens neanderthalensis noch gebräuchlich, der eine engere Verwandtschaft mit dem anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens beziehungsweise Homo sapiens sapiens) zum Ausdruck bringen soll. Je nach gewähltem Namen werden die beiden Formen als eigenständige Arten oder lediglich als Unterarten angesehen.

Auftreten, Zeitraum und Aussterben

Die ältesten Funde von Neandertalern stammen aus Kroatien und Italien, sie sind etwa 130.000 bzw. 120.000 Jahre alt. Homo neanderthalensis stammt aller Wahrscheinlichkeit vom Homo heidelbergensis ab. Hierfür spricht auch, dass nach DNA-Analysen an dem Typus-Exemplar die letzten gemeinsamen Vorfahren von Homo sapiens vor etwa 600.000 Jahren lebten. Untersuchungen an einem anderen Exemplar aus dem Kaukasus (Georgien) sprechen für eine Auftrennung vor ca. 250.000 Jahren. Die Analysen zeigten eine sehr hohe genetische Übereinstimmung zwischen den untersuchten Exemplaren. Die Fossilfunde konzentrieren sich auf Europa und angrenzende Gebiete Asiens (Israel, Türkei, Irak) und Afrikas (Marokko). Dennoch wird der Neandertaler als typisch europäische Art angesehen, die besonders an das Leben in den Kaltzeiten der Würm-Eiszeit angepasst war. Noch vor dem Kältemaximum der letzten Eiszeit drang der moderne Mensch aus Afrika über den Nahen Osten nach Norden vor und löste in der Folgezeit den Neandertaler ab. Wie diese Ablösungsprozesse vonstatten gingen, ist bis heute nicht geklärt. Viele Wissenschaftler vertreten heute die Theorie, dass der Neandertaler keineswegs deshalb ausgestorben ist, weil er primitiver als der moderne Mensch war. In Punkto Intelligenz konnte er wahrscheinlich mit dem modernen Homo sapiens sapiens mithalten. In Punkto Körperkraft war er ihm sogar überlegen. Ein durchschnittlicher Neandertaler-Mann hatte etwa die Kraft eines heutigen Gewichthebers (bei einer Körpergröße von ca. 1,60m - max. 1,70m). Belege für die größere Körperkraft der Neandertaler findet man in einem stärkeren Knochenbau und davon ausgehend in größeren Ansatzstellen der Muskeln, was auf stärkere Muskeln schließen lässt. Der Grund für sein Aussterben könnte vielmehr die Anpassung des Neandertalers an ein sesshaftes Leben im Wald gewesen sein, während der Homo sapiens sapiens ein Nomade war, der eher an offene Landschaften angepasst war. Während der Neandertaler, dessen Nahrung zu 80 % aus Fleisch bestand, seine Beutetiere in einem festen Territorium jagte, folgte der Homo sapiens sapiens den Beutetieren auf ihrer Wanderschaft. Körperlich besaß der moderne Mensch mehr Ausdauer und Geschick als der Neandertaler und benötigte aufgrund seiner geringeren Muskulatur weniger Nahrung und weniger Fleisch. Der Neandertaler dagegen war sehr muskulös, dadurch aber etwas behäbiger und besaß weniger Kondition. Als das Klima Europas während einer sehr strengen Eiszeit vor 35.000 Jahren dramatisch abgekühlt war, der Wald der offenen Tundra gewichen war und viele Tiere im Winter nur noch in Südeuropa existierten, sind wahrscheinlich viele Neandertaler erfroren oder verhungert, während Homo sapiens sapiens besser in der Lage war, seinen Beutetieren auf ihren alljährlichen Wanderungen zu folgen. Der leichtere Körperbau - so diese Theorie - des modernen Menschen sicherte diesem sein Überleben, während der Neandertaler ausstarb. Denkbar und plausibel ist auch die Überlegung, dass eingeschleppte Krankheitskeime eine Rolle gespielt haben könnten, wie es auch z. B. nach der Entdeckung und Besiedelung Amerikas bei den Ureinwohnern der Fall war. Andererseits legt die abwechselnde Nutzung der gleichen Siedlungsstätten im südöstlichen Mittelmeerraum (Israel) über einen Zeitraum von ca. 60.000 Jahren durch den Homo sapiens sapiens und den Homo sapiens neanderthalensis eher andere Ursachen nahe. Entscheidend könnte gewesen sein, dass der moderne Mensch länger lebte und mehr Kinder hatte. Statistische Bevölkerungsmodelle zeigen, dass schon Unterschiede von wenigen Prozent ausreichen, um in wenigen tausend Jahren eine Menschengruppe völlig in einer anderen aufgehen zu lassen bzw. zum Aussterben der weniger begünstigten Gruppen führen. Eine weitere, weniger verbreitete Theorie geht davon aus, dass sich die beiden Unterarten im Laufe der Zeit, während der sie nebeneinander existierten, durchmischt (gekreuzt) haben. Dies würde bedeuten, dass der Neandertaler gar nicht ausgestorben ist, sondern absorbiert wurde. Aufgrund von Vergleichen der mitochondrialen DNS des Neandertalers mit jener von Homo sapiens konnte eine Studie (s. Weblinks) keine Hinweise auf eine Vermischung entdecken. Mit diesem Ergebnis ist die Durchmischungshypothese unter sehr starken Druck geraten. Bekannt ist nur, dass der moderne Mensch den Großteil der Kultur und Technik der Neandertaler übernommen hat und auf dieser Basis eine eigene aufbaute. Die letzten Neandertaler lebten vor ca. 27.000 Jahren im Gebiet des heutigen Spanien.

Anatomie

Unser Wissen um die Neandertaler-Anatomie stammt ausschließlich von Knochenfunden, d.h. alle über das Skelett hinaus gehende Aussagen sind Rekonstruktionen bzw. Interpretationen, die aus den Kenntnissen um den Zusammenhang vom Knochenbau heutiger Lebewesen und ihren Weichteilen abgeleitet sind. Die Regelhaftigkeit dieser Zusammenhänge ermöglicht es uns zudem, Rückschlüsse auf die Umwelt und die Lebensweise des Neandertalers zu ziehen, denn der Aufbau eines Lebewesens steht in direkter Beziehung zu beidem. Die typischen europäischen - so genannten klassischen - Neandertaler-Skelette zeichnen sich durch hohe Robustheit aus, d.h. die Gelenke und Knochenquerschnitte sind im Verhältnis zur Knochenlänge breiter als beim modernen Menschen und die Muskelansätze am Knochen sind stärker ausgeprägt. Weiterhin lassen die Knochenfunde auf Körperhöhen von ca. 1,60 bis 1,70 m schließen; die Männer brachten etwa 70, die Frauen 55 kg auf die Waage. So lässt sich eine gedrungene, sehr muskulöse Konstitution als Anpassung an die eiszeitlichen Bedingungen in Europas rekonstruieren. Die gleichzeitigen Funde aus wärmeren Gegenden (z.B. dem Nahen Osten) weisen auf schlankere Individuen hin, ihre Züge waren weniger stark "neandertalerartig" ausgeprägt.

Schädel

Die deutlichsten Unterschiede zum modernen Menschen lassen sich am Schädel feststellen. Schädel Die Schädelform ist lang und wirkt vor allem durch die dominanten Kiefer und die Überaugenwülste archaischer als die des Jetztmenschen. Die größte Schädelbreite liegt auf Höhe der unteren Schädelbasis (beim modernen Menschen: über den Ohren). Dadurch und durch den verhältnismäßig niedrigen, breiten Hirnschädel erscheint der Umriss in der Ansicht von hinten als halbkreisförmig (beim modernen Menschen: abgerundet trapezförmig). Am Gesichtsschädel fällt außerdem die hervortretende Nasen- und Gebisspartie ins Auge. Eine Crista sagittalis, d.h. ein Scheitelkamm, der bei früheren Menschenformen und den Menschenaffen zu beobachten ist, kommt nicht mehr vor. Die Stirn ist flach und fliehend. Die Region über den Augen zeigt noch einen deutlichen Torus supraorbitalis. Diese Knochenverdickung wird als stabilisierende Anpassung gedeutet, denn der Schädel war - durch den kräftigen Kauapparat - starken statischen Belastungen ausgesetzt. Das Merkmal tritt bereits bei den frühen Vertretern der Hominiden auf und ist heute noch bei den Menschenaffen zu beobachten. Die Nasenöffnung in Neandertalerschädeln ist breit und hoch, die Nasenwurzel sehr kräftig und breit, dadurch wirkt der Augenabstand vergrößert. Der Nasenboden mündet, im Gegensatz zum modernen Menschen in Europa, abgerundet in die Gesichtsebene. Alle diese Merkmale deuten auf eine große, fleischige Nase hin und lassen sich als Anpassung an die eiszeitliche Kälte erklären, denn eine große, lange Nase wärmt die Atemluft vor, bevor diese die Lungen erreicht und unterstützt dadurch die Aufrechterhaltung der Körper-Kerntemperatur. Die Riechschleimhaut war weiter vorne angeordnet als beim Jetzt-Menschen. Die hierdurch verbesserte Geruchsaufnahme könnte ein Vorteil bei der Nahrungssuche insbesondere bei der Jagd auf Tiere gewesen sein. Das Gebiss ist wesentlich kräftiger als das des modernen Menschen. Bedingt durch die verhältnismäßig hohen und langen Kiefer wirken Neandertalerschädel prognath, d.h. die untere Gesichtshälfte springt hervor. Die Unterkieferäste sind breiter, der Winkel zwischen Unterkieferästen und -körper steiler. Als gutes Unterscheidungsmerkmal zum modernen Menschen kann das fliehende Kinn gelten. Die Anzahl und Form der Zähne sowie die Kronenformen stimmen mit den unsrigen überein, jedoch sind die Schneidezähne vergrößert und die hinteren Backenzähne durch das Merkmal der Taurodontie gekennzeichnet, d.h. die Wurzeln trennen sich erst kurz vor den Spitzen in Äste auf. Weiterhin ist die sogenannte "Neandertaler-Lücke" typisch, die regelmäßig zwischen dem letzten Molaren und dem Unterkieferast auftritt. Eine Hypothese geht davon aus, dass die Form des Schädels durch die starke Beanspruchung der Schneidezähne zu Stande kam. Sie wurden nämlich - bewiesenermaßen - nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern auch als eine Art Werkzeug, gleich einer "dritten Hand", benutzt. Die so genannte "Teeth - as - tool"-Hypothese von Smith besagt, dass die Zähne als Schraubstock und Zange eingesetzt wurden. Am Hinterhaupt fällt in der Profilansicht die hintere Partie auf, die, hervorgerufen durch eine markante Eindellung, einem Haarknoten ähnelt. Dieses Merkmal kommt auch noch - allerdings seltener - in Populationen des modernen Menschen vor und ist evtl. durch die längliche Schädelform bedingt. Auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr des Neandertalers zeigt Unterschiede zum modernen Menschen: Der hintere Bogengang des Labyrinthorgans liegt beim Neandertaler tiefer als beim Homo sapiens. Hirnkapazität. Im Durchschnitt besaßen Neandertaler einen größeren Hirnschädel als der Jetzt-Mensch. Das Gehirnvolumen des Neandertalers betrug etwa 1300 – 1700 cm³, das des heutigen Menschen etwa 1200 – 1400 cm³. Aussagekräftig ist jedoch immer nur die Relation des Hirnvolumens zur Körpermasse eines Menschen. Die Größe des Neandertalergehirns könnte Ausdruck einer gesteigerten stoffwechselbedingten Effizienz sein und somit einer Anpassung an das Eiszeitklima entsprechen. Ein ähnliches Phänomen ist bei den Inuit zu beobachten, deren Gehirngröße tendenziell ebenfalls größer als bei anderen Menschen ist.

Sprechvermögen, Sprachorgane

Der Fund eines fossilen Neandertaler-Zungenbeins aus Kebara in Israel ist ein deutliches Indiz für die zumindest anatomische Sprechfähigkeit des Neandertalers. Auch lassen Innenausgüsse von Hirnschädeln auf ein entwickeltes Hirn mit Broca- und Wernicke-Zentrum, den motorischen und sensorischen Sprachzentren schließen.

Untere Extremitäten

Auch die Längenrelation der unteren Extremitäten beim Neandertaler wird als Anpassungsprozess an das kalte Klima gedeutet. Entscheidend ist hierbei das Längenverhältnis von Unter- zu Oberschenkel. Dieses Längenverhältnis betrug beim Neandertaler etwa 71 Prozent. Er hatte damit kürzere Beine als heutige Menschen aus Lappland (Längenverhältnis 79 Prozent), die wiederum kürzere Beine als Afrikaner (Längenverhältnis 86 %) haben.

Kultur

Waffen (Speere, Messer etc.) und Feuer waren den Neandertalern bekannt. Funde aus dem Harz zeigen, dass sie bereits Pech als Klebstoff aus Birken herstellen konnten. Der Neandertaler fertigte in den Eiszeiten als erste Menschenart Kleidung an. Aus Untersuchungen der Isotopenverhältnisse von Knochenproteinen lässt sich schließen, dass sich die Neandertaler fast ausschließlich von Fleisch ernährt haben. In der Gudenushöhle (Kleines Kremstal, Niederösterreich) lässt die untere Kulturschicht (70.000 Jahre) Jagd auf Mammut, Nashorn, Ren, Wildpferd und Höhlenbär vermuten. Die obere Schicht (ab 20.000 Jahre) zeigte Ritzkunst und eine Flöte. Hinweise auf die Religiosität der Neandertaler sind mangels eindeutig interpretierbarer Funde ungewiss. In der Schweizer Drachenloch-Höhle wurden Höhlenbärenknochen gefunden, die zwischen Steinplatten angeordnet waren - deshalb spekulierte die ältere Forschung (und in jüngerer Zeit die Schriftstellerin Jean M. Auel) über einen "Höhlenbär-Kult" beim Neandertaler. Die Felsen können freilich auch von selbst von der Höhlendecke herabgeschlagen, ihre Anordnung zufällig sein. - In Shanidar im Irak fand man einen Neandertaler unter einer großen Felsplatte begraben, rings um ihn auffallend viele Pollen von Blütenpflanzen. Ob es sich hier aber tatsächlich um ein rituelles Blumenbegräbnis gehandelt hat, wird heute bezweifelt. Eine Analyse umgebender Sedimente ergab, dass die Blütenpollen nachträglich von Wühlmäusen eingebracht worden waren. Zwei Leichen von Neandertalern in eindeutig von Menschenhand ausgehobenen "Gräbern" finden sich dagegen bei La Chapelle-aux-Saints in Frankreich und in Kebara (Israel). Aber auch in diesen beiden Fällen bleiben die Vorstellungen über ein religiöses Empfinden der Neandertaler spekulativ; aus den Funden lässt sich nicht beweisen, dass sie an ein Leben nach dem Tod glaubten. Es könnte sich bei den beiden "Gräbern" auch um Müllgruben handeln, in denen man sich der Toten entledigen wollte. Für ein gewisses Sozialverhalten sprechen allerdings Funde aus Shanidar im Irak: An einem dort gefundenen Skelett wurden lange vor dem Tod dieses Individuums verheilte, schwere Verletzungen entdeckt. Diese Wunden müssen dem Betroffenen einen Beitrag zum Überleben der Gruppe eigentlich unmöglich gemacht haben. Trotzdem wurde er offensichtlich gesund gepflegt und auch weiterhin ernährt.

Verwandtschaft zum modernen Menschen

Die Verwandtschaftsbeziehungen zum heutigen modernen Menschen sind nicht geklärt. Die eine Theorie geht davon aus, dass der Neandertaler einer ausgestorbenen Seitenlinie der menschlichen Entwicklung angehört, die andere, dass er sich zumindest partiell mit den gleichzeitig mit ihm lebenden engeren Vorläufern des heutigen Menschen vermischte und so auch einen gehörigen Teil seines Erbgutes an uns weitergab (siehe auch Hominisation). Im Lapedo-Tal in Zentralportugal wurde ein Kinderskelett gefunden, das Merkmale beider Menschengruppen aufweist. Dieses etwa vier Jahre alte Kind war zeremoniell bestattet worden und wurde auf ein Alter von 25.000 Jahren datiert; es ist somit einige tausend Jahre jünger als die jüngsten eindeutig dem Neandertaler zugeordneten Funde, die in die Zeit vor ca. 30.000 Jahren einzuorden sind. Seine Einordnung als echter Mischling ist allerdings umstritten. Untersuchungen der DNA des ersten Neandertaler-Fundes und der neuen Funde sowie des Kaukasus-Exemplars legen die Annahme nahe, dass der Neandertaler und der moderne Homo sapiens zu Zeiten der Koexistenz vor bis zu 30.000 Jahren keine der untersuchten Gene ausgetauscht haben. Da jedoch nur 370 bis 600 Basenpaare verglichen werden konnten, kann ein Genaustausch dennoch nicht ausgeschlossen werden.

Forschungsgeschichte

Die Stätte der ersten Neandertaler-Funde ist nicht mehr erhalten; die so genannte Kleine Feldhofer Grotte wurde im Rahmen des Kalkabbaus (der letztlich auch zur Entdeckung führte) zerstört. Zwei Arbeiter waren dort im August 1856 etwa 60 cm tief im Lehm auf fossile Knochen gestoßen, die zunächst unbeachtet mit Gesteinsschutt zu Tal geworfen wurden. Dort fielen sie dem Besitzer des Steinbruchs auf, der sie für Überreste eines Höhlenbären hielt und die größeren Knochenfragmente aus dem Schutt aufsammeln ließ. Anschließend wurden sie dem Elberfelder Lehrer Johann Carl Fuhlrott übergeben. Er erst erkannte auf Anhieb, dass die Überreste (einige Rippen, mehrere Bein- und Armknochen, ein Schädeldach, Becken-Fragmente) einem Menschen zuzuordnen waren, der sich allerdings vom heute lebenden Menschen unterschied. Seine letztlich korrekte Deutung wurde jedoch von den Gelehrten seiner Zeit (u. a. auch von dem deutschen Pathologen Rudolf Virchow, der die Knochen für rachitisch verformt hielt) nicht ernst genommen. Mehr Anerkennung fand Fuhlrotts Deutung in England, wo das um diese Zeit erschienene Werk Charles Darwins den Weg zu einer neuen Denkrichtung bereitet hatte. Heute befindet sich an der Stelle des Fundorts, 14 m unter dem Niveau von 1856 gelegen, ein kleiner Park, der auf die Entdeckung hinweist. Er gehört zum etwa 500 m entfernt liegenden Neanderthal Museum, das einen Einblick in die Geschichte der Menschheitsentwicklung gibt. Nachgrabungen im Neandertal unter der Leitung des Tübinger Urgeschichtlers Ralf W. Schmitz und seines Kollegen Jürgen Thissen haben in jüngster Zeit neue, spektakuläre Funde am Standort der ursprünglichen Höhle zutage gefördert, nämlich die Überreste von zwei weiteren Neandertaler-Individuen. Unter den mehr als 60 Knochen und Knochensplittern konnten die Forscher die Armknochen eines erwachsenen Neandertalers sowie den Milchzahn eines Kindes nachweisen. Die aufgefundenen Knochen und Steinwerkzeuge sind rund 40.000 Jahre alt, was mit dem ersten Fund übereinstimmt. Im Jahr 2004 wurde aufgedeckt, dass der Leiter des Instituts für Anthropologie der Universität Frankfurt, Reiner Protsch von Zieten, wiederholt Datierungen von vermuteten Neandertalerschädeln bewusst gefälscht bzw. wissentlich Alterbestimmmungen mit grob fehlerhafter Kalibrierung der Geräte durchgeführt haben soll. Der Fall "Protsch von Zieten" erweckte weltweites Aufsehen, weil dadurch zahllose Fundstücke auf Unstimmigkeiten überprüft werden müssen.

Aktuelle Forschung sowie Ausstellungen


- Bis Mitte Dezember 2005 zeigt das Harburger Helms-Museum für Archäologie eine neue Ausstellung "Die Neandertaler in Europa". Diese wurde übernommen vom "Gallorömischen Museum" in Tongern in der belgischen Provinz Limburg. Sie zog dort zuvor 145.000 Besucher an. Besondere Attraktion sind neben Kopien des 30.000 Jahre alten, aus Mammutelfenbein geschnitzten Löwenmenschen (Leihgabe aus Ulm) und der 400.000 Jahre alten Speere aus der Fundstelle im niedersächsischen Schöningen 25 vom Künstler Dirk Claesen gestalteten Figuren. ([http://www.taz.de/pt/2005/08/01/a0036.nf/text "Die Neandertaler in Europa" Harburger Rathausplatz 5; bis 11. Dez. 2005])
- Das Neanderthal Museum am gleichnamigen Fundort wird vom 4. Mai bis zum 24. September 2006 sowohl das Klischee vom wilden Mann als auch die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, unter anderem über den Alltag der Neandertaler, zeigen ("Hautnah. Neanderthaler").
- Im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne will eine Ausstellung über das Klima, über die Anpassungsfähigkeit der Menschen, Tiere und Pflanzen über die Jahrtausende sowie über Wetter-Extreme erlebbar machen ("Leben in Extremen", Juni 2006 bis April 2007).
- Das [http://www.rlmb.de Rheinische Landesmuseum Bonn ]lädt vom 7. Juli bis 19. Dezember 2006 zu einem "Familientreffen" von Vor- und Frühmenschen aus Afrika, Asien und Europa ein, die zum ersten Mal gemeinsam in einer Ausstellung zu sehen sein werden ([http://www.roots2006.de "Roots//Wurzeln der Menschheit"]).
- Vom 21. bis 26. Juli 2006 werden sich Wissenschaftler aus der ganzen Welt an der Universität Bonn zu einem internationalen Kongress treffen ("150 Years of Neanderthal Discovery").

Literatur


- Bärbel Auffermann, Jörg Orschiedt: Die Neandertaler - Eine Spurensuche, Stuttgart 2002. 112 S. ISBN 3-8062-1514-6
- Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit, München 1991. ISBN 3570026698
- Ernst Probst: Rekorde der Urzeit, München 1992. ISBN 3570013820
- Schmitz, R.W., Thissen, J.: Neandertal - Die Geschichte geht weiter. Berlin 2000. ISBN 3827413451
- Schrenk F., Müller S.: Die Neandertaler, München 2005. ISBN 3-406-50873-1
- Serre D., Langaney A., Chech M., Teschler-Nicola M., Paunovic M., et al.: No evidence of Neandertal mtDNA contribution to early modern humans. In: PloS Biology, vol. 2, Issue 3, DOI: 10.1371/journal.pbio.0020057, März 2004.
- Thorwald Ewe: Der Untergang der Neandertaler. Bild der Wissenschaft 6/2005, S. 16 - 32 (2005), ISSN 0006-2375

Weblinks


- [http://www.archaeologie-online.de/magazin/thema/2001/06/ Archäologie Online: Mythos Neandertaler]
- [http://www.neanderthal.de/ Das Neanderthal Museum]
- [http://www.the-neanderthal-tools.org Internetplattform mit Zugang zu Daten der bisher gefundenen Neandertaler und deren Fundorte]
- [http://www.jqjacobs.net/anthro/paleo/neanderthal.html James Q. Jacobs: Neanderthal DNA Sequencing Genetische Analysen an Neandertalern, Englisch]
- [http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Lexikon/Neandertaler.htm Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach: Wie lebten die Neandertaler?]
- [http://www.wort-und-wissen.de/index2.php?artikel=sij72-7 Sigrid Hartwig-Scherer: Ein möglicher Neandertal-Hybrid und seine Folgen]
- [http://biology.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10.1371/journal.pbio.0020057 Studie zum Vergleich der mitochondrialen DNS von Neandertaler und Homo sapiens] Populärwissenschaftlich:
- [http://www.wissenschaft24.info/neandertaler.php4 Aktueller und allgemeinverständlicher Newsletter zur Neandertaler-Forschung]
- [http://www.factum-magazin.ch/whats_new/news.cgi?v=archive&c=Evolution&id=042010044127 Factum Magazin: Neandertaler wird ganz Mensch]
- [http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=568&item=205987 Netzeitung: Neue Funde im Neandertal]
- [http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=23&item=173679 Netzeitung: Hightech in der Altsteinzeit Benutzen von Pech durch Neandertaler]
- ORF: [http://science.orf.at/science/urban/6221 Neandertaler - keine Rasse: Neues aus der Anthropologie in Wien]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/7/7437/1.html Rothaarig durch Neandertaler-Gen?]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20859/1.html Zur Koexistenz von Homo sapiens sapiens und Neandertaler]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17067/1.html Zur Durchmischung von Neandertaler und Homo sapiens] Kategorie:Primaten als:Neandertaler ja:ネアンデルタール人

Archaischer Homo Sapiens

Der Homo heidelbergensis ist eine Spezies der Gattung Homo (Menschen), die besonders im pleistozänen Europa vorkam. Er lebte vor etwa 600.000 bis 100.000 Jahren. Früher wurde er manchmal auch als archaischer Homo Sapiens bezeichnet, eine Bezeichnung, die alle Menschenformen umfasste, die morphologisch nicht mehr zu Homo erectus zu rechnen sind. Typusexemplar für den Homo heidelbergensis ist der Unterkiefer von Mauer bei Heidelberg. Er wurde 1907 in einer Sandgrube gefunden und 1908 von Otto Schoetensack beschrieben. Von einigen Anthropologen werden die Fossilien von Homo heidelbergensis als späte Homo erectus klassifiziert. Merkmale des Homo heidelbergensis in Abgrenzung vom früheren Homo erectus und Homo ergaster sind:
- vergrößertes Gehirnvolumen von rund 1200 cm3
- steilere Stirn
- schlankerer Körperbau
- größte Gehirnbreite im Bereich der Schläfen statt an der Basis
- teilweise kleinere Überaugenwülste
- weniger vorspringender Kiefer, jedoch robuster als bei Homo sapiens
- kleinere Zähne
- Körpergröße bis ca. 1,70 m (Männer) bzw. 1,60 (Frauen) Homo heidelbergensis ist eine primär europäische und afrikanische Spezies. Fundstellen sind neben Mauer in Deutschland
- Bodo d'Ar in Äthiopien, 0,6 Mio. Jahre
- die Höhle von Arago bei Tautavel in Frankreich (Pyrenäen), 0,3 Mio. Jahre
- Petralona in Griechenland, 0,2 Mio. Jahre
- Broken Hill, heute Kabwe, in Sambia, 0,3 Mio. Jahre (Homo rhodesiensis)
- Boxgrove in England, 0,5 Mio. Jahre Viele Anthropologen rechnen auch die etwa 0,8 Millionen Jahre alten Fossilien von Homo antecessor zu Homo heidelbergensis. Als Nachfahre von Homo heidelbergensis wird in Europa Homo neanderthalensis angesehen. Homo heidelbergensis ernährte sich vermutlich hauptsächlich von der Jagd. Er war in der Lage, Großwild zu erlegen, beispielsweise Pferde (Schöningen) und Nashörner (Boxgrove). Er benutzte sorgfältig angefertigte, bis 2,50 m lange Wurfspeere sowie Feuersteinwerkzeug. Schneidemarken auf Knochen zeigen, dass er Fleisch von den Knochen abschabte. Knochen wurden auch als Werkzeuge für die Herstellung von Steinwerkzeugen benutzt. Wegen seiner entwickelten kulturellen Fähigkeiten vermuten bisweilen einzelne Forscher beim Homo Heidelbergensis schon Ansätze einer einfachen Sprache. Kulturell wird Homo heidelbergensis der altsteinzeitlichen Periode des Acheuléen zugeordnet.

Literatur


- Bärbel Auffermann, Jörg Orschiedt: Die Neandertaler - Eine Spurensuche, Stuttgart 2002. 112 S. ISBN 3-8062-1514-6
- A. Sauer: Erläuterungen zur Geol. Karte 1 : 25 000 Baden-Württ. Blatt 6618 Heidelberg-Süd (früher Blatt Neckargemünd) 110 S., Stuttgart 1985
- O. Schoetensack: Der Unterkiefer des Homo heidelbergensis aus den Sanden von Mauer bei Heidelberg. Wilhelm Engelmann, Leipzig, 1908 [http://www-gdz.sub.uni-goettingen.de/cgi-bin/digbib.cgi?PPN361493010 (digitalisiert online)]
- H. Weinert: Dem Unterkiefer von Mauer zur 30-jährigen Wiederkehr seiner Entdeckung. Z. f. Morphol. u. Anthropol. Bd.XXXVII, Heft 1, S.102-113, 1937
- E. Probst: Deutschland in der Urzeit. München 1986
- E. Probst: Deutschland in der Steinzeit. München 1991

Weblinks


- http://www.homoheidelbergensis.de/ einschließlich Erstbeschreibung
- http://www.erbedermenschheit.de/ Holzspeere
- http://www.modernhumanorigins.com/heidelbergensis.html (engl.)
- http://www.ucl.ac.uk/boxgrove/man/homo.htm (engl.)
- http://themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/7639/?path=7160;10561; Kategorie:Primaten ja:ホモ・ハイデルベルゲンシス

Moustérien

Moustérien, nach der französischen Fundstelle Le Moustier, bezeichnet einen Teil des europäischen Mittelpaläolithikum. Es beginnt ca. vor 120.000 Jahren - im Übergang aus dem Mittel-Acheuléen und Spät-Acheuléen (250.000 bis 180.000 und 180.000 bis 120.000 Jahren)- und dauert bis etwa vor 40.000 Jahren. Vgl. das Auftauchen des homo sapiens diluvialis, den Träger der jungpaläolithischen Klingenkultur, schließlich, definiert, des Cro-Magnon-Menschens. In der Regel wird dieses Zeitalter mit den Neandertalern assoziiert, obwohl im Nahen Osten eindeutig frühe anatomisch moderne Menschen (archaischer Homo Sapiens) bereits um 90.000 vor heute vorkommen, die ebenfalls Träger des Moustérien sind. Technologisch ist dieser Zeitabschnitt durch die häufig mit der Levalloistechnik hergestellten Abschläge und durch das häufige Vorkommen von Schabern charakterisiert. Klimatisch liegt das Mittelpaläolithikum im späten Abschnitt der Riß- oder Saale-Eiszeit, dem Eem-Interglazial und den unteren Abschnitten der Würm- oder Weichsel-Eiszeit. In den späten Abschnitten entwickeln sich in Europa bereits Übergangsindustrien, die schon Kennzeichen des folgenden Jungpaläolithikums tragen. Siehe auch: Aurignacien, Châtelperronien, Levalloistechnik, Micoquien Kategorie:Anthropologie Kategorie:Steinzeit

Levalloistechnik

Die Levalloistechnik bezeichnet die typische Steinbearbeitungstechnologie des Mittelpaläolithikums (mittlere Altsteinzeit). Benannt wurde sie nach einem Fundort in einem Vorort von Paris. Gekennzeichnet ist diese Technologie durch eine aufwändige Präparation des Kernsteins, bevor ein Abschlag durch einen einzelnen gezielten Schlag gewonnen werden kann. Die so erzielten Abschläge sind häufig sehr groß und dünn. Verbreitet ist diese Technik im Moustérien und Châtelperronien.

Weblinks

[http://www.hf.uio.no/iakk/roger/lithic/LEV/Lev.html Demonstration der Levalloistechnik (englisch)] Kategorie:Steinzeit

Saale-Eiszeit

Die Saale-Eiszeit, auch Saale-Kaltzeit oder Saale-Glazial, war die mittlere von drei größeren in Nordeuropa und dem nördlichen Ost-, Mittel- und Westeuropa aufgetretenen Vergletscherungen durch den skandinavischen Inlandeisschild zwischen der älteren Elster-Eiszeit und der jüngeren Weichsel-Eiszeit. Sie folgte der Holstein-Warmzeit und wird um 230.000 bis 130.000 Jahre vor heute datiert. Ihren Namen hat sie von dem Elbe-Nebenfluss Saale, während das zeitliche Pendant der vorletzten Vergletscherung des Alpenraumes und -vorlandes nach der Riß, einem Donauzufluss, als Riß-Eiszeit benannt wurde. Die Saale-Eiszeit brachte in drei großen Gletschervorstößen, dem Drenthe I-, Drenthe II- und dem Warthe-Stadium, eine maximale Vereisung der Norddeutschen Tiefebene im Süden bis an die Mittelgebirgsschwelle (vergleichbar der maximalen Vereisung durch die Elster-Eiszeit) mit sich. Im Westen jedoch schob sich das Inlandeis während der Drenthe-Stadien weiter vor bis in die Gegend von Amsterdam, dem Niederrhein und der Ruhr. Auch das heutige Nordseebecken, Großbritannien und Irland waren betroffen. Das letzte, das Warthe-Stadium, überzog nur Nordostniedersachsen (Teile der Lüneburger Heide), die Altmark, das Elbe-Tal flussabwärts nördlich von Magdeburg und den Bereich östlich davon nochmals mit Gletschern (vergleiche: Südlicher Landrücken), so dass diese Landstriche geomorphologisch jünger sind als das nordwestdeutsche Tiefland, aber älter und oberflächlich verwitterter als die viel später von der Weichsel-Eiszeit erfassten Jungmoränen-Gebiete Nordostdeutschlands. Zuletzt von der Saale-Kaltzeit vergletscherte Bereiche, also beispielsweise die Westfälische Bucht, ein großer Teil Niedersachsens und Sachsen-Anhalts, das südliche Brandenburg sowie die Leipziger Tieflandsbucht und die Lausitz in Sachsen, werden als „Altmoränenlandschaften“ bezeichnet. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass auch solche Gebiete während der späteren Weichsel-Eiszeit durch periglaziale Prozesse wie beispielsweise Verwehungen von Flugsand und Löß noch weiter geformt und verändert wurden. Als Urstromtal, welches danach nicht nochmals überfahren wurde, ist dem Saale-Glazial insbesondere das Breslau-Magdeburger Urstromtal zuzuschreiben. Nach der Saale-Eiszeit folgte die Eem-Warmzeit.

Siehe auch


- Eiszeit
- Elster-Eiszeit (um 350.000 bis 250.000 Jahre vor heute)
- Weichsel-Eiszeit (um 115.000 bis 10.000 Jahre vor heute)
- Glaziale Serie
- Glaziologie Kategorie:Glaziologie Kategorie:Historische Geologie

Würm-Eiszeit

Die Würm-Eiszeit, auch Würm-Kaltzeit oder Würm-Glazial, ist die bisher jüngste der im Alpenraum aufgetretenen großräumigen Vergletscherungen, die über die Alpen selbst hinausgingen. Das zeitliche Pendant der Vergletscherungen Nord- und Mitteleuropas wird dort als Weichsel-Eiszeit bezeichnet. Die Würm-Eiszeit, benannt nach dem Flüsschen Würm, kann auf den Zeitraum von etwa 115.000 bis 10.000 Jahre vor heute datiert werden, wobei die Angaben differieren, je nachdem, wie die langen Übergangsphasen zwischen Glazialen und Interglazialen (Warmzeiten) der einen oder der anderen Periode zugeordnet werden. Während des Pleistozäns traten wiederholt Gletscher aus den Alpen auf das nördliche Molassevorland aus und hinterließen dort Moränen und Schmelzwasserablagerungen von bis zu mehreren hundert Metern Mächtigkeit. Dabei kann eine zeitliche Staffelung in das Donau-, Günz-, Mindel-, Riß- und das Würm-Glazial unterschieden werden. In der Riß-Eiszeit (vgl. dazu Saale-Eiszeit) vollzog sich der weiteste Eisvorstoß in das Alpenvorland. Die jüngste Vorlandvereisung, die Würm-Kaltzeit, wies zwar keine so weitgehende und geschlossene Front der Vergletscherung auf; dafür sind die von ihr angelegten Moränen und Schotterflächen aber am besten erhalten. Ihre Endmoränenzüge ragen als Einzelloben weit ins Vorland hinein. Innerhalb der Würm-Eiszeit können verschiedene Vorstöße und Rückzüge der Gletscher dokumentiert werden. Dies führte zu einer staffelartigen Anordnung der einzelnen Endmoränenwälle und –kuppen. In den Tallagen sammelten sich Schotter zu Niederterrassen, in die die heutigen Flüsse nur wenig einschnitten. Der westlichste würmzeitliche Gletscher war der Rhone-Gletscher. Eine seiner Gletscherzungen bildete die heutigen Seen Bieler See und Neuenburger See in der Schweiz. Der aus dem alpinen Rheintal herausragende Rhein-Gletscher erreichte bei seinem äußersten Vorstoß Schaffhausen. In seinem fluvioglazial erodierten Zungenbecken liegt der heutige Bodensee, der deswegen als würmglazial bezeichnet werden kann. Weiter östlich folgten kleinere Loben des Iller- und Lech-Gletschers. Dessen Niederterrassenschotter weisen eine große Ausdehnung bis an die Donau auf. Es schloss sich ostwärts der Ammer-, Würm- und Isar-Gletscher an, in dessen Zungenbecken sich heute Ammersee und Starnberger See befinden. Die von Süd nach Nord um 300 Meter abfallende und entsprechend an Mächtigkeit verlierende Niederterrasse der Münchener Schotterfläche ist Würm-Gletschern zuzuordnen. In ihrem Nordteil kam es peri- und postglazial durch Grundwasseraustritte zu großen Quellmoorbildungen wie dem Dachauer Moos und dem Erdinger Moos. Östlich an weit nach Norden ragende Moränenausläufer des Inn-Gletschers schließen sich kleinere des Chiemsee-Gletschers an. Um Rosenheim bildete sich im Spätglazial ein großer Eisstausee, das Rosenheimer Becken mit über 150 Meter mächtigen Sedimenten. Auch der heutige Chiemsee stellt einen im Südteil aufgefüllten Schmelzwasser-Restsee dar. Der östlichste der großen würmzeitlichen Gletscher, die bis ins Vorland ragten, war der Salzach-Gletscher mit mehreren Endmoränenstaffeln. Weiter östlich gelegene Gletscher haben das Vorland nicht erreicht, sondern sich auf die Alpen beschränkt. Zur Chronologie (Stratigrafie) vergleiche den „Schwester-Artikel“ Weichsel-Eiszeit! Siehe auch:
- Eiszeit
- Elster-Eiszeit (um 350.000 bis 250.000 Jahre vor heute)
- Saale-Eiszeit (um 230.000 bis 130.000 Jahre vor heute)
- Glaziale Serie
- Glaziologie
- Globales Förderband (als vermutete Ursache für die Vereisung vor ca. 13.000 Jahren.)

Literatur


- Walter, R. (1992): Geologie von Mitteleuropa. – Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. ISBN 3-510-65149-9 Kategorie:Glaziologie Kategorie:Historische Geologie

Jungpaläolithikum

Das Jungpaläolithikum bezeichnet den jüngeren Abschnitt der Altsteinzeit, dessen Beginn üblicherweise um 40.000 vor heute angesetzt wird und mit dem Ende der Eiszeit um 10.000 endet. Technologisch ist es durch das Auftreten von Knochen-, Geweih- und Elfenbeinspitzen, Klingen, Sticheln, Schmuck sowie Wand- und Kleinkunst charakterisiert. Als frühes Jungpaläolithikum werden das Châtelperronien oder andere Übergangsindustrien sowie das Aurignacien bezeichnet, das mittlere Jungpaläolithikum wird durch das nur in Süd- und Westeuropa auftretende Solutréen und das Gravettien bestimmt. Das späte Jungpaläolithikum ist durch das Magdalénien charakterisiert. An dieses schließt das Spätpaläolithikum mit verschiedenen lokalen Industrien an. Klimatisch ist die Zeit durch die Würm-Eiszeit (Würm III und IV) geprägt, deren Kältemaximum um 20.000 vor heute liegt. Abgesehen von kürzeren Phasen einer Zwischeneiszeit mit gemäßigtem feuchten Klima herrschte kaltes und trockenes Klima vor. Siehe auch: Portal:Vor- und Frühgeschichte - Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, Ur- und Frühgeschichte zwischen Alpen und Maingebiet Kategorie:ZeitalterKategorie:Archäologie

Aurignacien

Das Aurignacien war eine jungpaläolithische Industrie und vorgeschichtliche Kulturstufe des frühen Homo sapiens sapiens. Benannt wurde sie nach dem ersten Hauptfundort, der Höhle Aurignac im frz. Departement Haute-Garonne in den Pyrenäen. Im Aurignacien sind in Mitteleuropa erstmals anatomisch moderne Menschen aufgetaucht, die auch Kontakt mit dem Neandertaler gehabt haben dürften. Mit dieser Kultur begann in Europa das Jungpaläolithikum (jüngere Altsteinzeit). Die vorhergehende Stufe wird Moustérien genannt. Das Aurignacien beginnt vor ca. 35.000 Jahren und dauerte etwa 10.000 bis 15.000 Jahre. Nachfolgende Stufen waren das Gravettien, das Solutréen und das Magdalénien. Typische Werkzeuge sind lange, schmale Klingen (bis ca. 26 cm), die mit Meißel-Hammer-Technik gefertigt sind. Wenn sie einen stumpfem Rücken aufweisen, werden sie als Messer bezeichnet. In diesem Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte finden sich bereits häufig Geräte aus Knochen, Hornsubstanz (Geweihspitzen) und Elfenbein. Im Aurignacien entstanden die ältesten bisher bekannten Kunstwerke: Elfenbeinschnitzereien (Fundstellen: Vogelherdhöhle bei Heidenheim, Geißenklösterle bei Blaubeuren, Hohlenstein-Stadel bei Asselfingen, alle drei: Schwäbische Alb) sowie Musikinstrumente (z. B. Fundstelle: Geißenklösterle). Aus jener Zeit stammen auch frühe Felsmalereien in Frankreich und die Gräber von Cro-Magnon in Les Eyzies. Das Aurignacien ist im gesamten Mitteleuropa sowie in West- und Südeuropa verbreitet.

Literatur


- Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit, München 1991

Weblinks


- http://www.kulturendersteinzeit.de.vu Kulturen der Steinzeit Kategorie:Archäologische Kultur Kategorie:Steinzeit

Châtelperronien

Das Châtelperronien ist die früheste jungpaläolithische Industrie, die sich mit dem Aurignacien zeitlich überschneidet. Sie ist lediglich in Frankreich und Nordspanien verbreitet. In anderen Regionen kommen andere, zum Teil ähnliche Übergangsindustrien vor, so in Ost- und Mitteleuropa das Bohunicien und das Szeletien. Das Châtelperronien, das nach der Fundstelle, der Grotte des Fées bei Chatelperron benannt ist, zeichnet sich einerseits durch das Vorkommen typischer jungpaläolithischer Elemente wie Knochen-, Geweih- und Elfenbein-Werkzeuge, Klingen und Schmuck aus. Andererseits weisen Inventare des Châtelperronien noch einen deutlichen Anteil mittelpaläolithischer Technologien wie das Vorkommen der Levalloistechnik auf. Der Fund der Bestattung von Saint Césaire in Châtelperronien-Schichten belegt die Zugehörigkeit dieser Technologie zu den Neandertalern. Kategorie:Steinzeit

Micoquien

Das Micoquien ist eine frühe mittelpaläolithische Industrie, die im Eem und im frühen Abschnitt der Würm- oder Weichsel-Eiszeit zu finden ist (ca. 130.000 - 70.000 vor heute). Technologisch ist das Micoquien durch das Auftreten bestimmter asymmetrischer Faustkeilformen (Faustkeilmesser) charakterisiert. Die Objekte sind nach der Fundstelle La Micoque in Departement Dordogne in Frankreich benannt.

Weblinks


- [http://blumammu.emhosting.de/infos/steinzeit.php Mehr zu den Geröllgeräte-Industrien] Kategorie:Steinzeit

Kategorie:Zeitalter

Zeitalter und Epochen. Kategorie:Geschichte nach Zeitabschnitten Kategorie:Zeitbegriff

Poe

Edgar Allan Poe (
- 19. január 1809, Boston, Massachusetts – † 7. október 1849, Baltimore) bol americký romantický básnik, prozaik, literárny teoretik a esejista. Bol autorom spravidla fantastických a mystických príbehov a zakladateľom detektívneho a hororového žánru.

Život

Bol jedným z troch detí páru kočovných hercov Elizabeth a Davida Poeových. Jeho otec mal alkoholické sklony a opustil matku ešte pred Edgarovým narodením. Matka zomrela v roku 1811 vo veku 24 rokov na tuberkulózu a zanechala po sebe tri siroty: malého Edgara, jeho mentálne postihnutú sestru Rosalie a brata Williama, ktorý rovnako ako otec (a neskôr aj brat) mali alkoholické sklony a predčasne zomrel. Ako trojročná sirota bol Edgar zverený do útulku v Richmonde, kde sa ho po relatívne krátkej dobe ujala rodina Allanovcov, veľkoobchodníkov s tabakom; odtiaľ plynie Poeove prostredné meno Allan. Rodina istý čas bývala v Liverpoole a tajomné Anglicko sa tak stalo mladému Edgarovi zdrojom inšpiráce po celý život. Dodalo jeho neskorším dielam onu fantasknú, tak typicky poeovskú hrôzostrašnosť. Edgar študoval literatúru na University of Virginia, kde však začal mať problémy s alkoholom a s hráčskymi dlhami; kvôli tomu sa neskôr rozišiel so svojim nevlastným bratom, ktorý ich za Edgara odmietal platiť. Poe sa vo finančnej kríze zapísal na vojenskú akadémiu vo West Pointe. Tu sa však ukázal ako nedisciplinovaný vojak a čoskoro bol prepustený. Po prepustení došlo k rozporom a následne aj k rozchodu s Edgarovým otcom. V roku 1834 sa stretol s prvým úspechom, keď získal hlavnú cenu na súťaži, ktorú organizoval baltimorský týždenník Saturday Visitor so svojim príbehom Rukopis nájdený vo fľaši. Neskôr vstoupil do richmondského Souther Literary Messenger a v roku 1835 sa stal jeho hlavným šéfredaktorom. V roku 1836 sa oženil so svojou štrnásťročnou sesterenicou Virginiou Clemm (zomrela predčasne o jedenásť rokov neskôr v roku 1847). Alkohol a drogy spôsobovali Poeovi intenzívne stavy depresie a neskôr aj stratu zamestnania. Roku 1845 uverejnil Havrana, ktorý doslova ohromil vtedajšiu verejnosť. Poe v tom čase zažil krátke obdobie slávy a mondénnych úspechov. Jeho alkoholové a drogové dlhy ho však z tohto postavenia skoro stačili uvrhnúť späť do zúfalej biedy. Poeova smrť bola hodná diel, ktorým sa venoval: 3. októbra 1849 bol nájdený opitý (a zrejme aj pod vplyvom omamných látok) na baltimorskom chodníku v blízkosti Light Street. Bol urýchlene hospitalizovaný, ale z kómy, do ktorej následne upadol, sa po celé štyri dni neprebral. Zomrel v ranných hodinách októbra 1849.

Osobnosť

Edgar Allan Poe bol obdarovaný vysokou inteligenciou, bol veľmi zdvorilý, ale tiež až prehnane prudký a divoký; len tak sa v jeho hlave mohli zrodiť tie najkurióznejšie myšlienky, aké kedy prešli ľudskou mysľou. Už od detstva čítal diela Lorda Byrona, Samuela Taylora Coleridge a väčšinu romantických autorov svojej doby. Hlbšie sa takisto zaoberal kozmogoniou, prírodnými vedami a mysticizmom. Tieto svoje znalosti následne používal pri písaní svojich diel (napríklad Zostup do Maelströmu, Tisící druhý Šeherezádin příběh, Tři neděle v týdnu), kedy dokázal s matematickou presnosťou dosiahnúť geniálny efekt a zanechať tak v čitateľovi dopredu psychologicky premyslenú impresiu (väčšinou strachu či hnusu, často ale aj humoru a prekvapenia). Ešte počas svojho života stratil všetky ženy, ktoré miloval, a znešváril sa so všetkými ľuďmi, ktorí by mu boli v ťažkých okamžikoch schopní pomôcť. Žil v takpovediac nepretržitej biede, aj keď za už počas svojho života dočkal istej slávy (najmä svojimi žurnalistickými prácami).

Dielo a vplyv

Je autorom mnohých poviedok a básni. Do Európy sa za Poeovho života takpovediac neznáme dielo dostalo predovšetkým vďaka prekladom Charlesa Baudelaira a čiastočne aj Stéphana Mallarmého. Jeho dielo bolo inšpiráciou mnohým neskorším autorom (z ktorých menujme asi najznámejšieho Arthura Conana Doyla a jeho kultovného hrdinu Sherlocka Holmesa, ktorého podoba je výrazne ovplyvnená Poeovou postavou výnimočne inteligentného detektíva Dupina). Svoju stopu zanechal nielen na francúzskych básnikoch Charlesi Baudelairovi a Stéphanovi Mallarmé, ale napríklad aj na Paulovi Valérym, Julesovi Vernovi (najmä onú až vedeckú presnosť opisu) a v neposlednom rade aj na Fjodorovi Dostojevskom a už spomínanom Arthurovi Conanovi Doylovi. Jeho pravým dedičom a pokračovateľom sa však stal Howard Phillips Lovecraft, ktorý v Poem razenej ceste pokračoval do ešte extrémnejších zákutí hrôzy a hnusu. Ani v modernej literatúre nie je Poe celkom bez vplyvu. Jeho vplyv je prítomný predovšetkým v britskej literatúre (zasiahol aj do široko populárneho diela Joanne Kathleen Rowlingovej). Mnohé z Poeových diel boli nielen zdramatizované, ale aj sfilmované a pretvorené do komiksovej podoby. Široko sa nechal Poeovou literatúrou inšpirovať napríklad Ray Bradbury, ktorý neskrývajúc svoju adoráciu k Poeovmu dielu, venoval jeho osobnosti celú kapitolu z Marťanskej kroniky (syntetizoval tu dva zdanlivo odlišné prvky z Masky červenej smrti a z Jamy a kyvadla).

Dielo

Zbierky básni


- Tamerlán a iné básne (Tamerlane And Other Poems - 1827)
- Al Aaraaf, Tamerlán a menšie básne (Al Aaraaf, Tamerlane and Minor Poems - 1829)
-
Básne (Poems - 1831)
-
Havran a ďalšie básne (The Raven and Other Poems - 1845)
  - Originálny text [http://en.wikisource.org/wiki/The_Raven_%28Poe%29 Havrana] na Wikisource
  - [http://librivox.org/the-raven-by-edgar-allan-poe/ Zvukový záznam] v angličtine na [http://librivox.org LibriVox]

Samostatné básne


-
Ulalume - 1847
-
Euréka - prozaická báseň (Eureka (1848)
-
Zvony (The Bells - 1849) ([http://en.wikisource.org/wiki/The_Bells originál] na Wikisource)
-
Eldorado - 1849

Zbierky poviedok vydané počas Poeovho života


-
Rozprávky, grotesky a arabesky (Tales Of The Grotesque And Arabesque), 1839
-
Čierny kocúr a iné poviedky (The Black Cat And Other Stories), 1843
-
Poviedky (Tales - 1845)

Poviedky


-
Berenice (Berenice - 1835)
-
Pád domu Usherovcov (The Fall of the House of Usher - 1839) ([http://en.wikisource.org/wiki/The_Fall_of_the_House_of_Usher originál] na Wikisource)
-
William Wilson (William Wilson - 1839) ([http://en.wikisource.org/wiki/William_Wilson originál] na Wikisource)
- Maska červenej smrti (The Masque of the Red Death - 1842) ([http://en.wikisource.org/wiki/The_Masque_of_the_Red_Death originál] na Wikisource)
- Jama a kyvadlo (The Pit and the Pendulum - 1842) ([http://en.wikisource.org/wiki/The_Pit_and_the_Pendulum originál] at Wikisource)
- Zlatý skarabeus alebo Zlatý chrobák (The Gold Bug - 1843) ([http://en.wikisource.org/wiki/The_Gold-Bug originál] na Wikisource)
- Senzace s Balónem (The Balloon-Hoax - 1844]) ([http://en.wikisource.org/wiki/The_Balloon-Hoax originál] na Wikisource)
- Na slovíčko s múmiou (Some Words with a Mummy - 1845) ([http://en.wikisource.org/wiki/Some_Words_with_a_Mummy originál] na Wikisource)
-
Súdok amontillada (The Cask of Amontillado - 1846) ([http://en.wikisource.org/wiki/The_Cask_of_Amontillado originál] na Wikisource)
-
Ligeia (Ligeia - 1838)
-
Král Mor (King Pest - 1835)
-
Černý kocour (The Black Cat - 1843)
- Démon zvrácenosti (The Imp of the Perverse - 1845)
- Předčasný pohřeb (The Premature Burial - 1844)
- Zpráva nalezená v lahvi (Message Found in a Bottle - 1833)
- Tisící druhý Šeherezádin příběh (The Thousand-And-Second Tale of Scheherazade)
- Podlouhlá bedna (The Oblong Box)
- Zostup do Maelströmu (A Descent into the Maelström)
- Skokan (Hop-Frog)
- Příběh z rozeklaných hor (A Tale Of The Ragged Mountains - 1844)
- Rozhovor Eirose s Charmionem (The Conversation Of Eiros And Charmion - 1839)
- Eleonara(Eleonore 1842)
- Človek davu (The Man Of The Crowd - 1840)
- Poviedky, v ktorých vystupuje Auguste Dupin:
  - Vraždy v ulici Morgue (The Murders In The Rue Morgue - 1841)
  - Tajomstvo Márie Rogetovej (The Mystery Of Marie Rogét - 1842-1843)
  - Ukradnutý list (The Purloined Letter - 1845)
- Von Kempelen a jeho objav
- Vrah si ty!
- Muž, ktorý sa rozpadol
- Nikdy se s čertem nesázej o hlavu!

Román


- Príhody Arthura Gordona Pyma (The Narrative Of Arthur Gordon Pym - 1838)

Eseje


- Filosofie básnické skladby (The Philosophy of Composition - 1846)
- Eureka: Esej o hmotnom a duchovnom vesmíre (Eureka: A Prose Poem), 1848

Vydané v češtine


- Zrádné srdce: Výbor z díla, 1959
- Jáma a kyvadlo a jiné povídky, 1978
- Bludná planeta, 1991
- Krajina stínů, 1998
- Démon zvrácenosti: Detektivní a jiné senzační příběhy, 1999
- Na slovíčko s mumií: Grotesky a jiné směšné příběhy, 1999

Externé odkazy


- [http://www.odaha.com/edgarallanpoe.php bibliografia, obsiahly životopis, fotogaléria a dielo v češtine a angličtine] Poe, Edgar Allan Poe, Edgar Allan Poe, Edgar Allan Poe, Edgar Allan ja:エドガー・アラン・ポー simple:Edgar Allan Poe

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